Bei Verkehrslärm mehr Depressionen

Statistisch deutliche Zusammenhänge haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei Depression gefunden. Sowohl der Lärm von Flugzeugen, als auch der von Autos und Zügen erhöht das Risiko, eine sogenannte depressive Episode zu erleiden. Die Krankheit, die üblicherweise in Schüben verläuft, gehört zu den häufigsten seelischen Erkrankungen in Deutschland. Jeder Fünfte erlebt mindestens einmal im Leben eine depressive Episode. Die Ursachen einer Depression sind vielfältig, meistens kommen mehrere Faktoren zusammen. Ein möglicher Faktor ist Stress, den wiederum auch chronischer Verkehrslärm auslösen könnte.
Deutlicher Zusammenhang zu allen drei Lärmarten
Besteht ein Zusammenhang zwischen den verschiedenen Lärmarten und der ärztlichen Diagnose einer depressiven Episode?
In sehr lauten Regionen sinkt das Risiko
Zu den eher unerwarteten Ergebnissen der Studie gehören die Ergebnisse für Depression bei Flug- und bei Schienenlärm: Hier gleicht die Kurve einem umgekehrten U. Das heißt: Zunächst nimmt das Risiko für eine depressive Erkrankung mit steigendem Lärmpegel zu. In Gebieten mit sehr hoher Flug- oder Schienenlärmbelastung nimmt das statistische Risiko allerdings wieder ab.
Über die Ursache dieser im Vergleich zu den übrigen Ergebnissen ungewöhnlichen Verteilung lässt die NORAH-Studie keine Rückschlüsse zu. Eine Erklärung könnte sein, dass Menschen, die sehr stark unter Lärm leiden und zur Depression neigen, seltener in Gegenden mit hoher Flug- oder Schienenlärmbelastung ziehen oder häufiger aus solchen Gebieten wegziehen. Aber ob das zutrifft und wieso sich beim Straßenlärm ein anderes Bild abzeichnet als bei Flug- und Schienenlärm, müssen zukünftige Studien klären.
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