Verkehrslärm erhöht das Herzinfarktrisiko

Der akute Herzinfarkt ist in Deutschland die zweithäufigste Todesursache. Über 50.000 Menschen sterben hierzulande jedes Jahr an der Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Viele Faktoren, die das Herzinfarktrisiko erhöhen, sind seit Jahren bekannt, darunter Bluthochdruck, starkes Übergewicht und mangelnde Bewegung. Verschiedene Studien haben in der Vergangenheit nahegelegt, dass auch dauernder Verkehrslärm die Wahrscheinlichkeit erhöht, einen Herzinfarkt zu erleiden. Dieser Frage ist die Studie zu Krankheitsrisiken mit höherer Präzision als viele frühere Untersuchungen nachgegangen – unter anderem mit genaueren Lärmberechnungen.
Das Herzinfarktrisiko in Zahlen
Besteht ein Zusammenhang zwischen Verkehrslärm und dem Risiko eines Herzinfarktes? Wie verändert sich dieses Risiko bei anderen Verkehrslärmarten?
Verstorbene Herzinfarktpatienten: Zusammenhang zu Fluglärm entdeckt
Herzinfarkte enden nicht selten tödlich. 53 Prozent der Versicherten, die laut der Krankenkassendaten zwischen 2005 und 2010 einen Herzinfarkt erlitten hatten, waren 2014/15 bereits verstorben. Allerdings war dem NORAH-Team nicht bekannt, woran die Versicherten gestorben waren. Für diese Teilgruppe führten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gesonderte Analysen durch. Dabei konnten sie bei den Betroffenen einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Fluglärmbelastung und dem Herzinfarktrisiko entdecken – unter anderem wenn der 24-Stunden-Dauerschallpegel an ihrer Adresse bei 60 Dezibel oder darüber lag. Bei zehn Dezibel Fluglärmzuwachs stieg das Risiko für einen tödlich verlaufenden Herzinfarkt um 3,2 Prozent. Auch beim Straßen- und beim Schienenlärm fanden sich ähnlich hohe Risiken. Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass Verkehrslärm nicht nur ein Risiko für das Auftreten, sondern auch für den schwereren Verlauf eines Herzinfarktes sein könnte.
Lesehilfe Infografiken
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