Klare Ergebnisse für Herzinsuffizienz

Ärztinnen und Ärzte sprechen von einer Herzinsuffizienz, wenn das Herz nicht in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut zu versorgen. Die in der Alltagssprache auch Herzschwäche genannte Krankheit kann viele Ursachen haben. Bei vielen Betroffenen sind die Herzkranzgefäße und in der Folge der Herzmuskel geschädigt. Bluthochdruck begünstigt eine Herzinsuffizienz ebenfalls. Auch wenn die Erkrankten bessere Überlebenschancen haben als Schlaganfall- oder Herzinfarkt-Patienten, ist die Herzinsuffizienz die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. 2013 starben 45.815 Menschen hierzulande daran.
Zusammenhänge mit allen drei Verkehrslärmarten entdeckt
Erhöhen sowohl Fluglärm als auch Schienen- und Straßenlärm statistisch signifikant das Risiko, eine Herzinsuffizienz zu entwickeln?
Eine Befragung ergänzt die Krankenkassendaten
Bei der Herzschwäche sind die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler noch einen Schritt weiter gegangen: Sie haben nicht nur die Krankenkassendaten analysiert, sondern auch in Form einer vertiefenden Befragung weitere Informationen über die Herzschwäche-Patientinnen und -Patienten gesammelt und ausgewertet. Dazu schrieben die Krankenkassen einen Teil der Versicherten an. Knapp 3.000 Personen, die an Herzinsuffizienz erkrankt waren, sowie eine hohe Anzahl an „Kontrollpersonen“, die nicht an einer Herzschwäche litten, meldeten sich daraufhin bei der Erhebungsstelle der Studie in Gießen und nahmen anschließend an einer vertiefenden Befragung teil.
Anhand der durch die vertiefende Befragung gewonnenen Daten konnten sie sicherstellen, dass sich die gefundenen Verkehrslärmrisiken für Herzschwäche nicht durch weitere Faktoren erklären lassen. Das spricht dafür, dass die erhöhten Erkrankungsrisiken tatsächlich durch die Verkehrslärmbelastung verursacht sind.
Lärm innerhalb der Wohnung berücksichtigt
Darüber hinaus konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dank der zusätzlichen Informationen Erkenntnisse darüber gewinnen, wie laut es innerhalb der Wohnungen der Befragten war. Dafür gaben die Teilnehmenden unter anderem an, wie ihr Schlafzimmer im Haus ausgerichtet ist und ob das Schlafzimmerfenster nachts vorwiegend gekippt oder geschlossen ist. Aus diesen Angaben errechnete das NORAH-Team zunächst die Schallpegel im Inneren der Wohnung und anschließend das Herzinsuffizienzrisiko in Abhängigkeit vom Innenraumpegel.
Das Ergebnis: Generell steigen die Risikoschätzer, wenn die Innenraumpegel anstelle der Außenpegel betrachtet werden. Dies gilt für Fluglärm, für Straßenlärm und für Schienenlärm. Dieses Ergebnis spricht grundsätzlich dafür, dass Verkehrslärm eine Herzschwäche verursachen kann.
Lesehilfe Infografiken
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