Zeitvergleich:
Lärmbelästigung und Lebensqualität im Zeitverlauf

Die Ermittlung der Lärmbelästigung über einen Verlauf von drei Jahren war eine der zentralen Aufgaben der Lebensqualitätsstudie. Die ersten Befragungen fanden vor der Eröffnung der neuen Landebahn Nordwest in Frankfurt im Oktober 2011 statt. Auch das Verbot planmäßiger Starts und Landungen zwischen 23 und 5 Uhr galt erst ab diesem Monat.
Das NORAH-Team fragte 2011, 2012 und 2013 Menschen im Rhein-Main-Gebiet, wie stark sie sich in den vergangenen zwölf Monaten durch den Lärm von Flugzeugen belästigt fühlten. Die Befragten wählten ihre Antwort auf einer Skala von Eins bis Fünf aus: Eins stand für „überhaupt keine Belästigung“, Fünf für „äußerst starke Belästigung“. Aus den Antworten berechneten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie stark sich die Befragten durchschnittlich bei welchem Dauerschallpegel belästigt fühlten. Dabei zeigten sich in den drei Jahren sehr unterschiedlich ausgeprägte Belästigungen. Am stärksten fühlten sich die Befragten 2012 belästigt, im Jahr nach Eröffnung der neuen Landebahn.
Veränderte Lärmkulisse
Zusätzlich wollte das NORAH-Team wissen, ob es durch die veränderte Lärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet zu einem Change Effekt gekommen ist.
Lebensqualität und Verkehrslärm
Lärm kann die Lebensqualität beeinflussen – sowohl die seelische als auch die körperliche. Um einen möglichen Zusammenhang zwischen Verkehrslärm und Lebensqualität zu ermitteln, nutzte das NORAH-Team mehrere wissenschaftlich etablierte Fragen. Aus den Antworten der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer errechneten sie anschließend je eine Punktzahl für die seelische und eine für die körperliche Lebensqualität. Die Ergebnisse betrachteten sie im Verlauf von 2011 bis 2013, aber auch im Vergleich zum Durchschnittswert für ganz Deutschland.
Lärmbelästigung seit 2005 gestiegen
NORAH ist nicht die erste Studie, die untersucht hat, wie sehr der Verkehrslärm im Rhein-Main-Gebiet die Menschen stört. Bereits 2005 hatte die so genannte RDF-Studie im Auftrag des Regionalen Dialogforums Flughafen Frankfurt die Anwohner im Umfeld des Flughafens gebeten, ihre Lärmbelästigung auf einer Skala von Eins bis Fünf einzuschätzen.