Wie Flughafenanrainer ihre Schlafqualität bewerten




Ein etwas anderes Bild zeigte sich, als die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Antworten zur Schlafqualität an den verschiedenen Standorten auswerteten. Das NORAH-Team untersuchte im Rahmen der Lebensqualitätsstudie nicht direkt die Schlafqualität der Studienteilnehmer, sondern fragte sie, wie sehr sie der Verkehrslärm in ihrem Schlaf stört. Wieder kam dazu eine fünfstufige Skala zum Einsatz. Das Ergebnis: 2011, also vor Einführung des Verbots planmäßiger Flüge zwischen 23 und 5 Uhr am Flughafen Frankfurt, fühlten sich die Menschen in dieser Region in ihrem Schlaf deutlich stärker durch Fluglärm gestört als an den anderen Flughäfen – bei niedrigen Dauerschallpegeln ebenso wie bei höheren. In den beiden Folgejahren verringerten sich die Schlafstörungen aus der Sicht der Betroffenen im Frankfurter Raum etwas: Bei Dauerschallpegeln ab etwa 57 Dezibel empfanden die Menschen hier ihren Schlaf als weniger gestört als die Befragten im Umfeld des geplanten Flughafens Berlin-Brandenburg. Bei niedrigeren Dauerschallpegeln fühlten sich nach wie vor die Menschen im Rhein-Main-Gebiet stärker in ihrem Schlaf gestört. An zweiter Stelle folgten die Befragten im Umfeld des Köln/Bonner Flughafens.
Eine nähere Analyse der Antworten zeigte, dass die Befragten vor allem der Ansicht waren, dass sie nach der Einführung der nächtlichen Ruhepause am Flughafen Frankfurt besser durchschliefen. Ihre Einschätzungen, wie gut sie ein- und ausschliefen, unterschieden sich in den drei Jahren deutlich weniger voneinander. Weitere Erkenntnisse zur Schlafqualität im Rhein-Main-Gebiet liefert die NORAH-Schlafstudie.