Körperliche Reaktionen auf Lärmveränderungen gemessen

Die Grafik zeigt die Wahrscheinlichkeit, bei einem Überflug mit einem bestimmten Maximalschallpegel mit erhöhtem Herzschlag und Körperbewegungen zu reagieren. Die Reaktionswahrscheinlichkeit war von 2011 auf 2012 gestiegen, 2013 dann wieder auf das Niveau von 2011 gesunken.

2013, im dritten Jahr der Untersuchung, setzten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine weniger aufwändige Messmethode mit nur zwei Elektroden ein: Sie erfasst, wie häufig die Teilnehmenden auf Überflüge körperlich reagieren – mit beschleunigtem Herzschlag und Körperbewegungen. Anders als bei den polysomnografischen Untersuchungen (Glossar) der Vorjahre konnten die Teilnehmer die zwei nötigen Elektroden abends allein befestigen. Auf diese Weise konnte das NORAH-Team mit gleichem Budget den Schlaf von deutlich mehr Personen messen als 2011 und 2012.

Die Ergebnisse zeigen, dass die körperlichen Reaktionen auf Überflüge von 2011 bis 2012 deutlich gestiegen sind: 2011 reagierten die Teilnehmenden auf 10,7 Prozent der nicht durch andere Geräusche gestörten Überflüge, 2012 auf 16,2 Prozent. 2013 lag der Anteil bei 13 Prozent, hatte also wieder abgenommen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schließen nicht aus, dass es sich bei diesem Verlauf um einen sogenannten Change Effekt handelt. So nennen Lärmwirkungsforscher es, wenn Menschen auf erwartete oder tatsächliche Lärmveränderungen wie zum Beispiel einen Flughafenausbau vorübergehend stärker reagieren.