Veränderte Lärmkulisse

Das NORAH-Team interessierte sich dafür, ob sich verändernde Lärmbelastungen zu einem Change Effekt führten. Der stärkste Change Effekt trat bei Personen auf, an deren Adressen der Lärm tatsächlich zugenommen hatte. Sie fühlten sich daraufhin stärker von dem neuen Schallpegel gestört als Menschen, bei denen ein vergleichbarer Schallpegel schon jahrelang herrschte.

Zusätzlich wollte das NORAH-Team wissen, ob es durch die veränderte Lärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet zu einem Change Effekt gekommen ist. Dazu unterteilten sie die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer in drei Gruppen. In der einen Gruppe war der Dauerschallpegel zwischen den Befragungen gesunken, in der zweiten Gruppe war er gleich geblieben und in der dritten Gruppe gestiegen. Für jede Gruppe betrachteten sie anschließend die durchschnittliche Belästigung.

Das Ergebnis:

  • Bei Personen, an deren Adressen der Lärm von einem Jahr zum nächsten abnahm, konnte das NORAH-Team einen leichten positiven Change Effekt feststellen. Bei ihnen nahm auch die Belästigung etwas stärker ab als anhand der Fluglärmabnahme erwartet.
  • Bei den Studienteilnehmerinnen und -teilnehmern, deren Lärmbelastung gleich geblieben war, ließ sich ein geringer negativer Change Effekt beobachten: Obwohl sich im Vergleich zu 2011 nichts verändert hatte, fühlten sich die Betroffenen 2012 etwas stärker belästigt. 2013 sank die Belästigung teilweise wieder.
  • Ein stärkerer Change Effekt trat bei Personen auf, an deren Adressen der Lärm tatsächlich zugenommen hatte. Sie fühlten sich daraufhin stärker von dem neuen Schallpegel belästigt als Menschen, bei denen ein vergleichbarer Schallpegel schon jahrelang herrschte.

Der Change Effekt

Wenn Menschen glauben, dass es in ihrem Umfeld in Zukunft lauter wird, oder wenn die Lautstärke tatsächlich zunimmt, dann fühlen sie sich überdurchschnittlich stark durch Lärm belästigt – Fachleute sprechen dann von einem (negativen) Change Effekt. Der Change Effekt funktioniert aber auch in umgekehrter Richtung: Wenn Menschen glauben, dass der Lärm aufgrund einer Maßnahme abnehmen wird oder tatsächlich abgenommen hat, dann fühlen sie sich weniger belästigt als aufgrund der Geräuschabnahme erwartet („positiver Change Effekt“).