Wo leben die meisten „hoch Lärmbelästigten“?

Das NORAH-Team verglich die Daten auch mit der RDF-Studie. Das Resultat des Vergleichs: 2005 gab es deutlich weniger Menschen, die sich durch Fluglärm stark oder äußerst stark gestört fühlten.

Wie schon beim Zeitvergleich im Rhein-Main-Gebiet spielte auch im Standortvergleich der Anteil der „hoch Lärmbelästigten“ eine wichtige Rolle. Als hoch lärmbelästigt bezeichnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler alle Teilnehmenden, die ihre Lärmbelästigung entweder mit Vier oder Fünf bewerteten.

Auf diese Weise fand das NORAH-Team heraus, dass sich die Menschen an den verschiedenen Standorten sehr unterschiedlich stark belästigt fühlen: Von Dauerschallpegeln bis etwa 52 Dezibel fühlen sich in Köln/Bonn mehr Menschen belästigt als in Stuttgart und Berlin-Brandenburg. Mit zunehmender Lautstärke steigt in Stuttgart der Anteil der hoch Belästigten. Noch höher ist der Anteil der hoch Belästigten im Umfeld des Flughafens Frankfurt: Ab einem Schallpegel von etwa 45 Dezibel fühlten sich im Rhein-Main-Gebiet 2013 mehr Menschen stark oder äußerst stark belästigt als an den anderen Flughäfen.

2011 gab es in Frankfurt bei Schallpegeln über 47 Dezibel mehr hoch Belästigte als in Köln-Bonn. 2012 war die Belästigung in Frankfurt im Vergleich zu den anderen drei Standorten besonders hoch – vermutlich aufgrund des Change Effekts. Schon bei einem Dauerschallpegel ab etwa 42 Dezibel fühlten sich in der Region deutlich mehr Menschen durch Fluglärm „hoch belästigt“ als an den drei anderen Standorten. Allerdings liegt an allen vier untersuchten Flughäfen dle Lärmbelästigung höher als aufgrund von Standardkurven, die innerhalb der Europäischen Union zur Berechnung von  Fluglärmbelästigung verwendet werden, zu erwarten wäre.