Die Schlafstudie

Ausreichend und ungestört zu schlafen ist eine wichtige Voraussetzung, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Studien lassen vermuten, dass häufige Störungen des Schlafs langfristig zu chronischen Erkrankungen führen können, zum Beispiel zu Herz-Kreislauf-Beschwerden. In der Teilstudie Schlafqualität gehen die Wissenschaftler der Frage nach, wie sich die Fluglärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet nachts auf die Qualität des Schlafs auswirkt.

Drei Messphasen für die Schlafqualität

In drei Untersuchungsphasen nahmen die NORAH-Wissenschaftler den Schlaf der Studienteilnehmer unter die Lupe. Zwischen diesen Phasen lag jeweils etwa ein Jahr. Die Messzeit fiel in den Sommer – und damit in die Jahreszeit, in der viele Menschen mit offenem Fenster schlafen und daher besonders viele Geräusche ins Schlafzimmer dringen.

An der ersten Phase 2011 nahmen 49  Menschen teil: Drei oder vier Nächte in Folge zeichneten die Wissenschaftler den Schlaf der Teilnehmer in deren eigenem Schlafzimmer auf – mit Geräten wie in einem Schlaflabor.

Etwa eine Stunde vor dem Zubettgehen legte deshalb ein NORAH-Mitarbeiter den Teilnehmern alle nötigen Elektroden an. So ließen sich verschiedene Schlafphasen und Aufwachmomente genau bestimmen.

Parallel zu den Schlafaufzeichnungen registrierte ein Schallpegelmesser unmittelbar in der Nähe des Ohrs alle Geräusche, die in der Nacht bei den Schlafenden ankamen. Mit diesen Informationen ließ sich genau überprüfen, wie sensibel die Teilnehmer im Schlaf auf welche Lärmereignisse reagierten.

2012 wiederholten die Wissenschaftler diesen Vorgang mit insgesamt 84 Teilnehmern. Anschließend analysierten sie die Ergebnisse der ersten beiden Phasen eingehend und erkannten, dass die so genannte Aufwachreaktion die wichtigste Größe für die Lärmwirkung auf den Schlaf ist.

Deshalb konnten sie bei der dritten Phase 2013 ihr Messverfahren vereinfachen: Etwa zehn Minuten vor dem Zubettgehen legten die Teilnehmer sich selbst zwei Elektroden an, die dann nur noch die Aufwachreaktionen maßen. An dieser dritten Messphase nahmen 182 Menschen jeweils drei Nächte lang teil.

Die NORAH-Schlafstudie in Bildern

Abbildung Haus in Einflugschneise
Die Schlafstudie fand bei den Probanden zuhause statt: nicht im Schlaflabor, sondern unter realistischen Bedingungen, z.B. wie hier, direkt in der Einflugschneise.
Abbildung des wissenschaftlichen Equipments: u.a. Elektroden, Fingerpulssensoren
Ein Teil des wissenschaftlichen Equipments zur Schlafaufzeichnung: Elektroden, Fingerpulssensoren, Material zur Hautreinigung usw.
Vor dem Schlafen werden den Teilnehmern Elektroden angelegt
Vorbereitungen für die Nacht: Vor dem Zubettgehen legen die Wissenschaftler den Studienteilnehmern die Elektroden an. Die Untersuchungen wurden an jeweils 3 oder 4 Nächten durchgeführt.
Teilnehmerin bei der Polysomnographie
Abends und morgens halfen die Wissenschaftler beim An- und Ablegen der Elektroden. Das dauerte zusammen mit anderen Messungen und Fragebögen abends etwa 1 Stunde, morgens ca. 25 Minuten. Diese aufwändige Methode, „Polysomnographie“ genannt, kam in den Jahren 2011 und 2012 zum Einsatz.
Anlegen von Brustgurten zur Kontrolle der Atmung
Die Brustgurte kontrollierten die Atmung der Studienteilnehmer während des Schlafes.
Teilnehmerin mit angelegten Elektroden und Blutdruckmessung
Wie gut die Studienteilnehmer in der ersten Nacht schliefen, war für die Studie noch nicht relevant: Diese Nacht galt als „Anpassungsnacht“, in der sich die Probanden an das Schlafen mit Elektroden und die Verkabelung gewöhnen konnten. Erst ab der zweiten Nacht wurden die Messungen der Schlafqualität für die Studie berücksichtigt.
Abbildung Schallpegelmesser
Der Klasse 1 - Schallpegelmesser zeichnete den Schallpegel, denen die Probanden in der Nacht ausgesetzt waren, auf.
Abbildung Umgebung des Testhauses
Auch die Beschaffenheit der Schlafzimmerfenster und die Ausrichtung der Räume wurden in der NORAH-Studie berücksichtigt. Was zählt, ist der Schall, der tatsächlich das Ohr der Schlafenden erreicht.
Dr. Uwe Müller bei der Auswertung der Messdaten
Dr. Uwe Müller vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln (Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin, Abt. Flugphysiologie)
Abbildung Körperpuppe mit zwei angebrachten Elektroden
Uwe Müller und seine Kollegen entwickelten im Rahmen der NORAH-Studie eine neue Methode zur Messung von Aufwachreaktionen, die im Jahr 2013 zum Einsatz kam und bereits von US-amerikanischen Forschern übernommen wurde. Hierbei müssen nur noch 2 Elektroden am Körper angebracht werden, d.h. diese Methode ist bei der Messvorbereitung und -auswertung nicht so aufwändig wie die „Polysomnographie“, misst aber ähnlich zuverlässig die Aufwachreaktionen. Durch diese Vereinfachung der Messung kann eine deutlich höhere Anzahl an Probanden untersucht werden.



Häufige Fragen zur Schlafstudie finden Sie hier.

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