Schlafen Flughafenanwohner in Frankfurt besser als in Köln?

Rund zehn Jahre vor NORAH hatte das DLR die Schlafqualität im Umfeld des Flughafens Köln/Bonn untersucht. Auch der Leiter der NORAH-Schlafstudie, Dr. Uwe Müller, gehörte zu den Forscherinnen und Forschern, die 2001 und 2002 den Schlaf im Rheinland vermessen hatten. Die Ergebnisse der Köln/Bonner Studie haben bis heute auch für die Anwohnerinnen und Anwohner des Flughafens Frankfurt konkrete Bedeutung: Sie liefern die Grundlage für die Berechnung des Frankfurter Nachtindexes.

Allerdings unterschied sich die Lärmsituation in Köln/Bonn zu Beginn des Jahrtausends in wichtigen Punkten von der Situation im Frankfurter Raum zur Zeit von NORAH: Zum einen flogen 2001/2002 in Köln/Bonn auch nachts durchgehend Flugzeuge, zum anderen war der Anteil älterer Frachtmaschinen deutlich höher. Dieser Flugzeugtyp erzeugt mehr Lärm in anderen Frequenzbereichen als die Passagiermaschinen, die heute in Frankfurt vorwiegend starten und landen. Es gehörte auch zu den Aufgaben der NORAH-Schlafstudie, zu überprüfen, inwieweit sich die Köln/Bonner Ergebnisse auf den Frankfurter Raum übertragen lassen. Dabei
stellten die Forscherinnen und Forscher Unterschiede in der Schlafqualität der damaligen und heutigen Studienteilnehmer fest.

Köln/Bonner wachten häufiger auf

Die NORAH-Teilnehmer wachten bei einem Überflug weniger wahrscheinlich auf als die Teilnehmer einer Studie 2001/2002 im Raum Köln/Bonn.


Aufgrund des höheren nächtlichen Flugaufkommens wachten die Anwohnerinnen und Anwohner im Köln/Bonner Raum häufiger auf. Auch die Wahrscheinlichkeit, durch einen Überflug mit einem bestimmten Schallpegel wach zu werden, lag am Köln/Bonner Flughafen höher.

Weniger Zeit im Tiefschlaf

Die Anwohnerinnen und Anwohner des Köln/Bonner Flughafens konnten sich im Schlaf schlechter erholen als die Frankfurter Studienteilnehmer nach Einführung des Verbots planmäßiger Flüge zwischen 23 und 5 Uhr. Den Schlafmessungen im Rheinland zufolge verbrachten die Teilnehmenden weniger Zeit pro Nacht im für die Erholung wichtigen Tiefschlaf.

Mehrere Gründe könnten für diesen Unterschied verantwortlich sein, weshalb die Ergebnisse vorsichtig zu interpretieren sind. Das NORAH-Team hält es für möglich, dass es den Personen in Köln/Bonn aufgrund häufiger Unterbrechungen zu Beginn der Nacht schlechter gelang, tiefere Schlafstadien zu erreichen. Außerdem könnten die unterschiedlichen Frequenzen der Flugzeugtypen eine Rolle gespielt haben. Ebenfalls hält es das NORAH-Team für denkbar, dass sich die untersuchten Personengruppen voneinander unterschieden. Eine vierte Erklärungsmöglichkeit hängt damit zusammen, dass die Auswertung von Schlafaufzeichnungen nicht automatisiert erfolgt, sondern einen menschlichen Blick benötigt. Deshalb könnte es auch sein, dass die Auswerter beider Studien die Schlafaufzeichnungen nicht ganz einheitlich interpretiert haben.

Belästigung in Frankfurt höher als in Köln/Bonn

Im Vergleich zu einer Studie im Umfeld des Köln/Bonner Flughafens 2001/2002 fühlten sich die Teilnehmenden der Schlafstudie 2013 von der gleichen Anzahl nächtlicher Überflüge deutlich stärker belästigt.

Ergänzend zu den Schlafmessungen hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Teilnehmenden in beiden Studien gefragt, wie stark sie sich durch den Fluglärm der vergangenen Nacht belästigt fühlen. Dabei stellten sie fest, dass sich die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer im Raum Frankfurt von vergleichbaren Lärmpegeln und einer vergleichbaren Anzahl an Überflügen erheblich stärker gestört fühlen als die Befragten zehn Jahre zuvor im Rheinland. Eine Erklärung für dieses Ergebnis lässt sich aus den Daten nicht ableiten. Es deckt sich aber mit Ergebnissen der NORAH-Lebensqualitätsstudie.

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Ergebnisse NORAH-Schlafstudie: Interview mit Dr. Uwe Müller.

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