Die wichtigsten Ergebnisse

Hier finden Sie das Wichtigste in Kürze. Wir können die Ergebnisse nur anreißen – insgesamt umfassen die wissenschaftlichen Berichte zu NORAH rund 2.500 Seiten. Mehr Informationen finden Sie auf den jeweiligen Ergebnis-Unterseiten aller Teilstudien und in den jeweiligen NORAH-Wissen-Heften. Sie können zudem die wissenschaftlichen Ergebnisberichte inklusive der dazu gehörigen Stellungnahmen des Wissenschaftlichen Beirates Qualitätssicherung downloaden (s. rechte Spalte).

Lebensqualität und Belästigung

Die Anwohner des Frankfurter Flughafens fühlten sich durch Fluglärm mit gleichem Dauerschallpegel stärker belästigt als in früheren Studien. Auch an den untersuchten Vergleichsflughäfen lag die Belästigung deutlich über den EU-Standardkurven, die in mehreren nationalen und europäischen Lärmrichtlinien verwendet werden. Im Vergleich zu den Flughäfen Köln/Bonn und Stuttgart fühlten sich Menschen in Frankfurt bei gleichem Lärmpegel stärker belästigt. Die Belästigung stieg nach Eröffnung der Landebahn Nordwest im Jahr 2011 zunächst an und sank 2013 wieder ab, blieb aber über dem Niveau von 2011. Die Wissenschaftler sprechen von einem „Change Effekt“ im Zusammenhang mit dem Ausbau des Flughafens. Sie konnten auch nachweisen, dass Fluglärm die Menschen stärker belästigt als Straßen- oder Schienenverkehrslärm.

Studie zu Krankheitsrisiken

Die Studie konnte für alle drei untersuchten Verkehrsarten einen Zusammenhang mit dem Auftreten eines Herzinfarktes, eines Schlaganfalls, einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und einer Depression feststellen. Dieser war allerdings nicht für jede Lärmart und jedes Krankheitsbild gleich stark ausgeprägt.

Schlafstudie

Anwohner des Flughafens wachen seit Einführung der nächtlichen Kernruhezeit 2011 insgesamt weniger auf. Dennoch fühlen sie sich morgens häufiger müde. Personen, die dem Flugverkehr gegenüber eher kritisch eingestellt sind, schlafen generell schlechter als Luftfahrtbefürworter. Die Ergebnisse früherer Schlafstudien am Flughafen Köln/Bonn lassen sich nur zum Teil auf Frankfurt übertragen.

Blutdruckstudie

Die Studie konnte nicht statistisch sicher bestätigen, dass chronischer Fluglärm den Blutdruck erhöht. Dieses Ergebnis widerspricht teilweise Hinweisen aus früheren Studien, ist insgesamt jedoch mit dem Stand eines Großteils der bisherigen Forschung vergleichbar. Allerdings beruht es auch auf weitaus mehr und genaueren Blutdruck-Messungen sowie genaueren akustischen und Befragungsdaten, als sie in früheren Studien zur Verfügung standen. Auch beim Straßen- und Schienenverkehrslärm zeigten sich in der Gesamtgruppe keine statistisch signifikanten Auswirkungen auf den Blutdruck. Die gefundenen Blutdruckerhöhungen liegen im Bereich von wenigen Millimetern Quecksilbersäule – das ist weniger als die Messungenauigkeit eines normalen Blutdruckmessgeräts. Erhöhungen dieser Größenordnung haben für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen keine Bedeutung. Es ergaben sich jedoch Hinweise auf besonders empfindliche Personengruppen.

Kinderstudie

In stark von Fluglärm belasteten Gebieten lernen Grundschulkinder langsamer lesen als Kinder in ruhigen Lagen: Eine Lärmzunahme von zehn Dezibel verzögert das Lesenlernen um einen Monat. Auswirkungen von Fluglärm auf Vorläuferfähigkeiten des Lesens wie die Lautverarbeitung oder das Hörverstehen konnte NORAH nicht nachweisen. Kinder in stark lärmbelasteten Gebieten fühlen sich gesundheitlich weniger wohl als Kinder an ruhigeren Orten. Ihre Eltern gaben außerdem häufiger an, dass bei ihrem Kind bereits einmal eine Sprech- oder Sprachstörung diagnostiziert worden sei. Lehrkräfte aus vergleichsweise hoch durch Fluglärm belasteten Gebieten berichten übereinstimmend, dass der Lärm den Unterricht beträchtlich stört.



Weitere Informationen zu den Ergebnissen der NORAH-Studie finden Sie in NORAH Wissen 14.

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